Grossbritannien und Irland sind beides Inseln und grosse Seefahrernationen. Während Southampton in England aufgrund der dortigen Werften und seiner glorreichen Cruise-Vergangenheit auch für zahlreiche Schweizer ein Einschiffungshafen für lange Kreuzfahrten ist, werden weitere englische oder irische Städte erst zaghaft als Kreuzfahrtdestinationen wahrgenommen.
In Grossbritannien gibt es dabei zahlreiche interessante Städte, welche auch auf dem Seeweg gut erreichbar sind. Da wären an der Westküste etwa Holyhead im Norden von Wales, ein wichtiger Hafen für den Seeverkehr mit Irland und idealer Ausgangspunkt für touristische Besuche im Norden von Wales. Oder die Beatles-Stadt Liverpool. In Schottland locken Glasgow (genau genommen der Hafen von Greenock), Edinburgh (South Queensferry) und Inverness (Invergordon) für einen Besuch. An der Ostküste Englands ist Newcastle ein wichtiger Hafen für den Schiffsverkehr in der Nordsee, und im Süden werden auch Dover oder St. Peter Port auf der Kanalinsel Guernsey gern angefahren. In Irland locken Dublin und das malerische Cobh (nahe Cork) sowie in Nordirland die Kulturstadt Belfast.
Diverse Kreuzfahrtgesellschaften, darunter Princess Cruises oder Royal Caribbean, bieten kürzere oder längere Kreuzfahrten um die Britischen Inseln an. Mal sind es kurze Überfahrten von England nach Irland, mal geht es um ganz Grossbritannien und Irland. Ebenfalls möglich, oder manchmal in die Kreuzfahrten eingebunden, sind Ausflüge auf die Orkney Islands nördlich von Schottland (Anlaufhafen: Kirkwall) oder auf die Shetlands, welche vis-à-vis der norwegischen Küste weit nördlich von Schottland liegen.
Ganz Schlaue verbinden Kreuzfahrten nach Schottland vielleicht mit einem Besuch des Military Tattoo in Edinburgh. Aber auch auf Kurzreisen ab Southampton nach Cobh gibt es genügend zu sehen: Nebst der Stadt Cork lockt etwa das Blair Castle. Mein persönlicher Favorit in der Gegend: Das Segler-Städtchen Kinsale, wo William Penn (Gründer von Pennsylvania in den USA) geboren wurde und heute malerische Märkte und zahlreiche Gourmetrestaurants Touristen anziehen.
- Jean-Claude Raemy -

